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Die Krippe zu Weihnachten – Teil 2

Mit neuer Holzwolle alleine war es nicht getan. Und so ganz verlief dann doch nicht alles, wie es sollte

Nachdem ich nun also 2007 den Entschluß gefasst hatte die Weihnachtskrippe wieder auf Vordermann zu bringen, blieb sie noch immer mit einem ramponierten Dach zurück.  Wie und wann sie dann zu einem neuen Dach kam ist auch irgendwie eine Sache für sich…2015-12-16-Weihnachtskrippe26

Manchmal bereue ich etwas nicht umgehend getan zu haben….

Wie ich hier in dem vorangegangenen Beitrag erwähnte, wollte ich meinem Vater zeigen wie ich die Krippe wieder hergerichtet habe, schoß großformatige Fotos und wollte sie dann in ein Fotokarton-Heftchen kleben und ihm schicken. Ja… wollte ich wohl…

Doch da gibt es doch diesen Spruch:

„Meistens kommt es anders, als man denkt.“

Ende des Jahres 2007 hatte ich es noch immer nicht zu einem Fotoheftchen geklebt und schob die Fototasche mit den Abzügen in meinen unerledigten Unterlagen von rechts nach links, bis dann im April 2008 mein Vater einen bis heute ungeklärten, fast tödlichen Unfall hatte, wo er dem Tod zwar noch  von der Schippe sprang, aber auch danach keine Gelegenheit mehr war.

Erst wusste er während der langen Genesungszeit nach der Intensivstation nicht mehr wer ich war und in den anschließenden Monaten kam dann  irgendwann die Phase, wo es mich emotional schlichtweg überlastet hat mich anbrüllen zu lassen und ich es sozusagen „geschultem Fachpersonal“ überließ, meinem „Papi“ weiter auf die Beine zu helfen.

Weihnachten 2008 ist es mir schlichtweg entfallen, bei dem ganzen Tamtam, das da noch eine unerledigte Sache wartete. Und im Juni 2009, als alle Informationen darauf hindeuteten dass es wunderbar Berg auf ging, er wieder gut alleine laufen könne, schon wieder Auto fahre und einigermassen zu Recht käme mit seinem Zucker, stellte sich von einem Tag auf den anderen heraus, dass er nicht gut zu Recht kam und sich entschloss uns zu verlassen…

Und jedes Jahr denke ich aufs Neue daran, dass ich ihm nun nie mehr zeigen kann, wie hübsch ich seine gebaute Krippe hege und pflege. Aber ich tröste mich mit dem Gedanken, dass es in seinem Sinne ist. Dass er sich freuen würde. Dessen bin ich mir sicher. Dieses Kapitel ist wohl das traurigste in den bisherigen Jahren der Weihnachtskrippe…

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Das Gute am Schlechten

Irgendwie ist es wie eine Ironie des Schicksals, dass ich beim Ausräumen des neben der väterlichen Wohnung liegenden Fotostudios ein Rollo aus Schilfrohr in den Requisiten fand. Zwar stand mir ein halbes Jahr nach seinem Tode nicht der Sinn nach „Weihnachten 2009“ (ich stellte weder Baum noch Krippe auf) aber im Folgejahr war es dann soweit; ich ließ mir im Baumarkt zwei dünne Holzplatten für das Dach zuschneiden und schnitt mir aus der Jalousie passende Schilfrohre. Und sorry Papa – an dieser Stelle hatte der gute alte Holzleim ausgedient. Ich entschied mich kurzerhand die Stückchen nicht ganz originalgetreu mit Heißkleber zu befestigen. Und ich nahm noch eine weitere Veränderung vor. An der vorderen Unterseite des vorstehenden Daches  blickte man bis dato immer auf nacktes Holz und seit der frischen Holzplatten fand ich es noch auffälliger, als ohnehin schon. Auch dort befestigte ich Schilfrohre und finde es bis heute eine gute Entscheidung.

Zu früh gefreut

Es wäre ja zu schön, wenn die Arbeit damit getan gewesen wäre. Aber exakt in dem Jahr, als die Krippe zum ersten Mal mit einem frischen Dach in der weihnachtlichen Stube stand, begann die Elektrik zu mucken. Und das letzte Mal, dass ich etwas mit Elektrik am Hut hatte war in der Schule mit 14, beim Bauen einer kleinen Alarmanlage. Deswegen schob ich die Idee, in einem Geschäft für Modelleisenbahnen nachzufragen, auch 3 Jahre vor mir her. Als aller erstes bekam das kleine Lagerfeuer immer wieder Aussetzer, bis es schließlich Weihnachten 2014 gar nicht mehr leuchtete. Und in diesem Jahr freute ich mich erst, dass alles wieder zu funktionieren schien, als plötzlich der Reihe nach das kleine Feuerchen und nun noch zusätzlich beide Laternen ausfielen. Ich glaubte nicht an einen Wackelkontakt, da nach kurzem Trennen vom Strom alles wieder erstrahlte – um dann nach wenigen Sekunden wieder aus zu gehen. Ich schaute mir eine halbe Stunde lang Papas Bastelei an der Rückseite an: die Lüsterklemme und den 40 Jahre alten Klingeltrafo und ich bin auch immer noch der felsenfesten Überzeugung, dass er sich bei der Farbwahl des Isolierbandes irgend etwas gedacht haben könnte, aber ich wurde einfach nicht schlau daraus, warum denn nun mal etwas funktionierte und mal wieder nicht. Und wer sich nachfolgende Bilder einmal ansieht, der wird meine Ratlosigkeit wohl verstehen…

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Und wie ich da so saß und für mich eine Krippe ohne Beleuchtung nicht in Frage kam,  ich aber auch keine rechte Lust hatte als Laie noch so knapp vor Weihnachten eine Suche nach dem passenden Elektronikfachhandel zu starten, fiel mir eine 3 Euro Lichterkette mit Batteriebetrieb vom ALDI wieder ein, die noch keine Verwendung gefunden hatte. Ich hatte großes Glück, dass die Abstände der einzelnen Birnchen genau passten und so konnte ich mit etwas Fummelarbeit je eine kleine Birne von hinten in die Laternen stecken und die nächste Birne unter dem Dachbodenbalken verkleben. Der Rest der Kette wurde links und rechts auf dem Dachboden verteilt. Zugegeben, von unten betrachtet sieht es nicht sonderlich hübsch aus, aber da man sich die Krippe meistens von oben unter auf Sitzhöhe anschaut, fällt es nicht auf und ich bin heilfroh, dass ich auf die Schnelle eine Möglichkeit gefunden habe.

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Und so steht sie nun auch das 40.ste Weihnachten beleuchtet und in frischem Glanz da und ich erfreue mich an jedem Detail, jedem Pinselstrich und jedem Witz, der sich über die Jahre eingeschlichen hat. (Waschbär, Reh, Schweinchen…)

Nur das Lagerfeuer geht noch nicht wieder und wer weis? Vielleicht, habe ich bis nächstes Jahr eine bessere Lösung parat. Aber spätestens, wenn ich das nächste Mal die Holzwolle austauschen muss. Bis dahin kann ich erst einmal damit leben.

 

2 Gedanken zu “Die Krippe zu Weihnachten – Teil 2

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