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Konsumauszeit November, meine erste Woche

Verbiete Dir Schokolade und du siehst überall Schokolade… Kauf Dir einen Hund und Du siehst überall nur noch Hunde…

Du liebe Güte – Das war erst die erste Woche meiner #Konsumauszeit und gefühlsmäßig schien diese nie enden zu wollen. Anstrengend! Nicht, dass ich mir ansonsten ständig etwas gekauft hätte – Nein! Aber bei mir liefen diese Achtsamkeitsfilter wohl auf Hochtouren. Überall sah ich nur noch Schnäppchen, Prospekte und Dinge, die ich mir ja eigentlich noch kaufen wollte.  Das gleiche Prinzip, welches auch greift, sobald Schwangere überall plötzlich nur noch Kinderwagen sehen oder Menschen, die Diät halten statt des Geschmacks nur noch Kalorien wahrnehmen. #Konsumauszeit ist ein von Svenja (Apfelmädchen) ins Leben gerufenes Mitmachprojekt, was mir scheinbar schon in der ersten Woche Knüppel zwischen die Beine warf.

Konsumauszeit erste Woche

Ich bin ja schon mit einem Grinsen in diese Konsumauszeit gestartet und dachte so bei mir:“Nur gut, dass ich meine Duftmeltbestellung schon am 31.Oktober aufgab!“ Das Erste worüber ich dann  direkt am 1. November stolperte war mein Lieblingsportal „Tauschticket“. Tauschen ist ja erstmal gar nicht verkehrt, könnte man denken…
Ich bekam eine Mail, dass ein passender, gesuchter Artikel eingestellt wurde. Tickets zum Ertauschen hatte ich genug. Tickets sind dort eine geldlose Währung.  Aber als ich anfordern wollte, poppte die Meldung auf, dass ich nicht über genug Tauschguthaben verfügen würde. Tauschguthaben hätte ich also laden müssen. Mindestens 5 Euro. Denn jeder Tausch kostet 50 Cent + Tickets. Tja – da habe ich dann 30 Sekunden überlegt: brauche ich diesen Artikel gerade wirklich so dringend oder lasse ich diese Chance an mir vorüber gehen. Und ich habe mich erfolgreich fürs „nicht ertauschen“ entschieden.

Am ersten Abend habe ich dann allerdings doch irgendwie gemogelt. Und zwar mit dem Abendessen. Ich habe zwar kein eigenes Geld ausgegeben, aber mir wurde etwas mitgebracht und eigentlich hätte ich sagen müssen:“Nein danke, ich habe noch gefühlte 20.000 Kalorien in der Küche zu liegen, ich brauche jetzt keinen Dönerteller mit Salat , lieb von dir.“  Hm, das war dann wohl ein halbes Vergehen… Ich konsumiere leider für mein Leben gern Lebensmittel, die nicht nötig wären, anstatt das zu essen, was daheim ist.

Immer alles selbst besitzen zu wollen, ist auch so eine verlockende  Sache. Lohnt sich für mich zum Beispiel nicht bei Dingen wie einer Baumschere oder einem Entfeuchter. Letzteren habe ich mir kurzerhand von einem Nachbarn ausgeborgt für einige Tage, um den Kellerraum einfach frisch & trocken in angenehmer Luft(feuchte) erstrahlen zu lassen. Gesparte Kosten 150 Euro.

Zum 2. November hatte ich einen telefonischen Rückruftermin mit einem Onlineshop ausgemacht, weil ich eigentlich eine Bestellung aufgeben wollte. Das stand schon eine Woche vorher fest. Der Anruf kam pünktlich und ich blieb hart und sagte, dass mir eine Konsumauszeit „dazwischen“ gekommen sei und ich heute nichts bestellen würde. Witzigerweise hielt ich mir diese Entscheidung wirklich offen, bis zu der Sekunde, wo die nette Dame anrief.  Ich war mir bis zuletzt einfach nicht schlüssig, ob ich wirklich „Nein“ sagen sollte. Bin da wohl ein Bauchmensch und war recht froh, dass mein Bauch endlich mal die Meinung meines Kopfes vertrat.

Auch wenn ich um viele, mir schon im Oktober  ausgesuchten, Artikel bisher einen Bogen gemacht habe, habe ich dann doch keinen weiteren um ein paar Kleinigkeiten aus einem Weihnachtsprospekt gemacht und es gab neue Keksdosen („Weil sie ja so schön in die Küche passen“) und eine neue Küchenschürze („Weil ich die ja eh schon so lange haben wollte“) und Weihnachtsdeko („Weil das super günstig war und ich das seit Wochen suche und nirgends war es so hübsch!“). An Begründungen fehlt es mir ja nie. Aber das schlechte Gewissen ist jetzt auch doppelt so laut. Das dürft ihr mir glauben. 30 Euro, die man sich eigentlich mal getrost hätte sparen dürfen. Ist ja nicht so, dass man keine Weihnachtsdeko im Keller hat aus den letzten Jahrzehnten.  Und weil das Gewissen so schwer wog, hatte ich dann auch gleich noch 2 oder 3 Euro in die Haushaltsspardose gelegt… für später. Und ein Geschenk habe ich diesen Monat gekauft. Monica hatte zwar die Idee, ich könne ja Zeit schenken oder etwas basteln, aber das ist in diesem Falle erstens unpassend und zweitens stand das Geschenk schon seit September fest.

Und jetzt fällt mir gerade noch ein, dass ich einen Pullover zurückgebracht habe in ein Geschäft, wo ich eigentlich mit knapp 20 Euro also hätte wieder rausgehen können. Stattdessen investierte ich diese 20 Euro und legte nocheinmal  20 oben auf für eine neue Strickjacke, Socken, Türkranz und Unterzieher… autsch.

Auch wenn ich an einigen Punkten standhaft blieb habe ich  am Ende doch knapp 60 Euro außer der Reihe ausgegeben. Zwar über 25 Euro nicht für mich selbst, aber dennoch – weg ist weg. Ob ich das nun noch als Konsumauszeit werten kann? Geschenke kann man schließlich auch basteln, da ich aber Bastelkram auch erst hätte kaufen müssen, ist das bei mir definitiv ein Auslegungspunkt. Zufrieden bin ich jedenfalls nicht mit dieser Woche und hoffe auf eine bessere, zweite Woche meiner Konsumauszeit. Und vor allem hoffe ich, dass ich meine Aufmerksamkeit diesem Thema gegenüber als nicht mehr so anstrengend empfinde.

Bis nächste Woche!

(Worum es ging, kannst du hier nachlesen)

10 Gedanken zu “Konsumauszeit November, meine erste Woche

  1. Kerstin schreibt:

    Ich hab ja auch überlegt, ob ich das mit machen soll. Ich bin von Haus aus eine eher kritische Konsumentin, auch wenn ich mir gerne mal was gönne, das ich eigentlich nicht brauche. Ich habe aber auch Phase, und gerade ist so eine, in denen ich keinen Bock darauf habe irgendetwas für mich zu kaufen. Was Lebensmittel betrifft, kann man bei einem 5-Personen-Haushalt auf dem Land nicht immer „ichkaufnix“ sagen – gerade war Bofrost wieder da und ich habe die Truhe gefüllt. Allerdings kaufe und konsumiere ich da auch so, dass bei uns nur sehr selten etwas Verdorbenes weg geschmissen werden muss.
    Was habe ich im November bisher außer Lebensmittel und Putzmittel eigentlich gekauft? Zweimal Weihnachtsgeschenke für meine Jungs… nee, dafür nehme ich mir keine Konsumauszeit ;-)
    Ist aber ein interessantes Projekt, ich werde das weiterverfolgen.
    Liebe Grüße
    Kerstin

    • MissTique schreibt:

      Hallo Kerstin,

      ich vermisse dich auf „Pur-Life-de“ *lach*
      (Benötigte) Lebensmittel gehören übrigens logischerweise zu den Ausnahmen, bei den aufgestellten Regeln.
      Das kann man auf Apfelmädchen lesen oder in meinem ersten Beitrag.
      Ich erwähnte das in meiner Woche nur, weil es partu nicht nötig gewesen wäre Haushaltsgeld für so einen Schmackofatz auszugeben.
      Ich übe schon täglich ein „Nein danke“ vor dem Spiegel, für den Fall, dass man mir diese Woche mit McDrive droht :D

  2. britti schreibt:

    Hallo, bis auf eine Ausnahme war ich standhaft, war eine Weihnachtsdeko. Lebensmittel zählen ja nicht, brauche auch hier erst alles auf, was im Kühlschrank ist. Aber ob ich es den ganzen November durchhalte, weiß ich nicht, da ich ja noch Weihnachtsgeschenke kaufen muss. Drücke dir jedenfalls die Daumen. LG britti

    • MissTique schreibt:

      Wie „bekloppt“ man ist, fällt mir gerade in so einer „Übung“ auf.
      „weil man Geschenke kaufen muss“ – Ging mir mit einer Sache ja vermeintlich ebenso.
      Dabei könnte man sicher so vieles anderes schenken.
      Gedichte, Bilder, gebasteltes und und und.
      Und ich glaube, wenn wir uns steinhart das Kaufen eines Geschenkes verbieten würden, dann
      käme man bestimmt auf ganz tolle Idee.
      Aber dazu bin ich gerade wohl auch ne Spur zu starr und träge.
      Ansonsten der Tipp: kauf sie im Dezember, dann hälst du garantiert durch :D
      LG zurück

  3. britti schreibt:

    Ja könnte ich, aber ich glaube nicht, dass ich standhaft bleiben werde (ich bin so schwach…lach) Bei dem einen Dekostück war es schon heftig, da waren so viele andere tolle Sachen und ich musste mir echt auf die Zunge beißen, nur das eine mitzunehmen. Wenn man es genauer betrachtet, sind die Verlockungen echt „böse“, gerade in einer Zeit „Konsumverbot“…LG, britti

    • MissTique schreibt:

      Genau das hab ich mir auch gedacht, wo ich mich doch jedes Jahr auf neuen Glitzerpröddel zu Weihnachten freue.
      Schon hart.
      Aber ich schlag dann halt im Dezember zu. *lach*

  4. Taste schreibt:

    zum glück habe ich damit überhaupt keine probleme – weil ich finanziell so weit unten angekommen bin, dass ich mir nix mehr leisten kann (was allerdings auch ein definitions-ding ist, was heißt schon „sich nix mehr leisten zu können“ wo ich meine miete immerhin bezahlen kann, der kühlschrank zwar meistens leer ist ich aber nicht hungern muss…) – der vorteil von so einer situation ist, dass man plötzlich merkt wie leer und hirnrissig dieses unser konsum-leben doch ist oder sein kann.

    und toll, wenn man sich einiges leisten kann und trotzdem darüber nachdenkt und versucht sich einzuschränken. ist bestimmt nicht leicht.

    • MissTique schreibt:

      Schön dich mal auf meinem Blog zu lesen.
      Hoffe die „Sache“ lässt dich aktuell mal in Ruh! ;)

      Sicherlich ist das ein Definitionsding, da hast du ganz Recht. Sieht man schon alleine daran, wie unterschiedlich die Beweggründe der Personen sind, die mitmachen.
      Es sei mir aber verziehen zu schreiben, dass dein Kommentar auf mich alles andere als „Zufriedenheit mit der eigenen Situation“ ausstrahlt. Vermeintliche Vorteile hin oder her.
      Ab und an „braucht“ man Konsum auch mal fürs Wohlbefinden.
      Du konsumierst ja auch, meine ich – du rauchst. Ich erinnere mich an ein Foto. Die bildliche Kampfansage für alle mit guten Ratschlägen *lach* Du weist sicher welches ich meine ;)
      Und das tust du sicher nicht, weil du es so schrecklich findest.
      Auch eine Art von Konsum, den man zwar nicht braucht, den man einschränken oder lassen könnte und den viele trotzdem ausleben.
      Und ja mir geht es dabei im Augenblick eigentlich vermehrt um das Wahrnehmen der Sache ansich.
      Auch wenn ich das schon oft getan habe, ist es immer noch einmal etwas anderes meine Aufmerksamkeit gezielt und für 4 Wochen darauf zu lenken.
      LG und bis bald?

  5. Mini.Me. - Minimalismus & Lifestyle schreibt:

    Ach herrje – Mensch, das ist ja schade, dass die Konsumauszeig bei dir so anstrengend war. Bei mir lief die Woche einfach richtig gut und ich hatte auch überhaupt nicht ständig das Gefühl, irgendwas kaufen zu müssen. Am Ende habe ich 10 Euro ausgegeben und die nichtmal für mich selbst oO

    • MissTique schreibt:

      Kaufen müssen muss ich nicht, aber ich wollte das unbedingt und bin mega schwach geworden. War mir aber zumindest bewusst. Heute lief ich innerlich Amok, weil kein Süßes mehr im Haus war.. Mittagessen am Sonntag und kein Nachtisch? Hölle!
      Da werde ich ja zum HB Frauchchen… also Eis geholt ;)
      Ich bin echt ne harte Nuss.
      Die Konsumauszeit hats nicht leicht mit mir.
      Aber ab morgen wird es besser, das hab ich im Gefühl.

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