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Folge mir durch die 40 Jahre meiner Weihnachtskrippe

Die Weihnachtszeit – Jedes Jahr ist anders, vieles ähnlich. Doch eine Sache begleitet mich von klein an jedes Jahr aufs Neue und ist nicht mehr wegzudenken.

Die Weihnachtszeit kommt ja immer ach so plötzlich. Die Stimmung hängt oft hinterher. Besondes bei den derzeit frühlingshaften Temperaturen und dem fehlenden Schnee. Doch sobald ich meine Weihnachtskrippe aufgestellt habe, am 1. Advent oder 1. Dezember, kommt diese automatisch in Schwung. Ein Stück Kindheit. Eine Tradition.

Weihnachtskrippe Jesus

„Willst du die Weihnachtskrippe haben? Sonst werf ich sie jetzt weg!“

Diesen Satz sagte mein Vater zu mir am Telefon im Jahre 2003 und ich war geschockt! Die Weihnachtskrippe wegwerfen? Spinnt er denn? Niemals! Ich hatte nun zwar einige Jahre ohne die geliebte Krippe verbracht, aber nur, weil sie zu Papa gehörte und bei ihm verblieb, nachdem man als Kind eigene Wege ging. Niemals wäre wegwerfen eine Option gewesen!
Natürlich wollte ich sie haben! Was für eine Frage! Im Stillen war ich sogar froh, dass er sie mir geben wollte. Diese Krippe stand seit eh und je zur Weihnachtszeit in der elterlichen Wohnung. Und ich liebte sie. Mein Vater hatte diese Weihnachtskrippe selbst entworfen und gebaut. Jedes liebevolle Detail macht diese Krippe zu dem was sie für mich ist; etwas ganz besonderes!

Weihnachtskrippe 1975Im Fotoalbum tauchte sie das erste Mal Weihnachten 1975 auf. Meine erste Erinnerung an sie muss aus dem Jahre 1979 stammen und ich erinnere mich sogar noch daran, wie wir zusammen in Osnabrück in einem damaligen Geschäft namens WOOLWORTH einen weiteren Schafshirten gekauft haben. Einer der Hirten wurde sogar noch aufgehübscht. Seine Taschen wurden nachgemalt und ein Flicken auf den Ellenbogen gesetzt. „So sieht er authentischer aus!“ hatte mein Vater damals gesagt.  Über Jahre stand die Weihnachtskrippe im Wohnzimmer. Mal neben dem Christbaum und ein anderes Mal auf einem eigenen Tischchen neben dem Sofa. 1982 wurde sogar der Fernseher eine Etage tiefer geräumt, um Platz für die Krippe zu schaffen. Noch ein paar Jahre später stand der Weihnachtsbaum in einer Diele und die Krippe dort in einer Ecke.

 

40 Jahre hinterlassen so ihre Spuren

Als ich die Weihnachtskrippe 2003 bekam war ich überglücklich! Das kleine Lagerfeuer leuchtete noch, die beiden Laternen strahlten ihr sanftes Licht in den Innenteil und die winzige Glühbirne auf dem Dachboden funktionierte ebenfalls.  Glücklicherweise hatte ich einen Kellerraum, in dem ich die Krippe gut verpackt und gepolstert von Christfest zu Christfest verstauen konnte. Doch schnell wurde klar, dass meine geliebte Krippe in die Jahre gekommen war. Der Temperaturunterschied von Wohnung zu altem Kellergewölbe machte ihr wohl zusätzlich zu schaffen. Vom Dach lösten sich immer wieder vereinzelte Schilfhalme. Mir blutete fast das Herz. In jeder Ritze hatte sich dicker Staub und Dreck abgelagert, den man nur noch schlecht entfernt bekam. Die Holzwolle war durch Staub und der Zeit von hellgelb zu dunkelgrau gewandelt worden. Hier und da lösten sich die Holzleisten die den Fußboden des Dachbodens bildeten. Figuren lösten sich, der Feuerkessel war abgebrochen und der liegende Esel war so scheckig und fleckig, dass ich ihn einmal sanft entfernen und säubern musste. Jedes Jahr wurde mit dem guten, alten Holzleim etwas anderes notdürftig geflickt und so stand 2007 der Entschluß!  Ich wagte mich an die Restauration der Krippe,   die auch stets meinem Vater heilig gewesen war und die man eigentlich nicht einmal groß berühren durfte, so gut ich es konnte in einen wieder guten Zustand versetzen.

Weihnachtskrippe Vor Restauration 2006

Ganz schlimm war das Bewusstsein darüber, dass mein Vater in Tränen ausbrechen würde, die Krippe so zu sehen. Dass er sie nicht mehr haben wollte, war nicht dem zu zollen, dass sie ihm egal war. Sondern seinem überaus emotionalen Wesen, was mit Weihnachten ansich nicht mehr zurecht kam und er sich von einigen Dingen trennte. Ich wollte die Weihnachtskrippe also nicht nur retten, sondern auch ihm damit eine Freude machen und ihm zeigen, wie sehr sie mir am Herzen lag (und liegt).

2015-12-16-Weihnachtskrippe06Das war gar nicht so einfach, wie gedacht. Holzwolle lag 1975 noch jedem Paket als Polsterung bei aber es hatte eine Weile gedauert, bis ich auf die Idee kam in einem benachbarten Weinhandel nach ihr zu fragen, wo sie noch heute den guten Präsentkörben und teuren Flaschen beigefügt wird.  Etwas, dass ich allerdings gar nicht auftreiben konnte waren gelbe Schilfrohre für das Dach. Ich hatte mir frischen grünen Schilf besorgt und wollte ihn trocknen lassen. Wie sich aber herausstellte, war das ein Satz mit X und so war es purer Unwissenheit und Fantasielosigkeit zu zollen,  dass ich das Dach erst später repariert bekam… Allerdings machte ich aus den frischen „Puscheln“ des Schilfes neuen Inhalt für die Heuraufe.

Es brauchte erst etwas Mut…

Es war ein komisches Gefühl, als ich die einzelnen Figuren aus der Weihnachtskrippe brach. Damit mir hinterher ja nichts an eine falsche Stelle wanderte, hatte ich vorher aus allen Richtungen Bilder geschossen und war froh, dass ich ein altes Originalfoto meines Vaters zur Hand hatte. Immer als Beispiel in Sichtweite. Die Figuren standen buchstäblich vor Dreck und wurden alle nacheinander blitzsauber gespült. Alle Balken und Ritzen wurden ausgepustet, gepinselt und gewaschen. Es fand sich sogar im Wust der alten Holzwolle eine der drei abgebrochenen Gaben der „Heiligen Drei Könige“ wieder. Ein Stückchen Gold. (Von Minze, Myrre und Salbei hatte Papa wohl damals nicht viel gehalten und klebte drei glänzende Edelsteine auf einen anderen Stein, zu Knien der drei Könige, aber es gibt noch mehr solcher lustigen Ausreisser! Auf der Heuraufe sitzt zum Beispiel ein Waschbär seit 40 Jahren smilie-xmas-laecheln ) Während oben auf dem Dachboden einige lose Holz“dielen“ mit einem Stein beschwert neu verklebt austrockneten, begann ich den unteren Teil neu zu befüllen. Endlich dem leeren Raum wieder Seele geben…

Wie der Boden sich nach und nach wieder mit frischer, heller Holzwolle füllte und jede Figur wieder ihren angestammten Platz einnahm, war ich glücklich! So schön und sauber hatte ich die alte Weihnachtskrippe seit ewigen Zeiten schon nicht mehr gesehen! Jetzt blieb leider nur noch das Dach kaputt, welches ich mit den noch vorhandenen, alten Halmen notdürftig reparierte und die offene Dachhälfte neu aufklebte. Und ich war froh,  dass die alte Beleuchtung immer noch funktionierte, denn das hätte ich nicht aus dem FF repariert bekommen. Ich schoss Fotos und wollte diese hübsch eingeklebt bei passender Gelegenheit meinem Vater zukommen lassen.

Wieso das mit dem Dach noch dauerte und erst nach einem tragischen Zwischenfall zum Ende kam und warum das mit der Beleuchtung dann doch nur von kurzer Dauer blieb und wie es weitergeht, erzähle ich euch morgen. (Hier direkt zu Teil 2)

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7 Gedanken zu “Folge mir durch die 40 Jahre meiner Weihnachtskrippe

  1. frautaste schreibt:

    Toll. Die Krippe. Dein beherzter Entschluss und Zugriff. Die Familien-Tradition und die Fotos! Besonders das mit dem Fernseher und der Katze! :) Schöne Familien-Geschichte und wie immer toll geschrieben. Lese sehr gerne Deine Rückblenden.

    • MissTique schreibt:

      Grüß Dich!
      Danke für deine Worte.
      Oh ja, ich kann dir sagen, das war schon recht seltsam da reinzulangen und alles erst einmal NOCH kaputter zu machen.
      Im Nachhinein betrachtet war es dann doch keine große Sache.

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